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Walser Pilger auf dem Weg zur Kirche in Fischen

Rückblick - Walser KirchgangRückblick - Walser Kirchgang

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Fischinger Kapelle mit den Pilgern vom Walser Kirchgang im Festjahr 2010

 Der beschwerliche Weg zur Messe

1150 Jahre Fischen - über 100 Pilger aus Fischen und dem Kleinwalsertal  lassen historischen Kirchgang wieder aufleben.

 

 

 

Fischen/Kleinwalsertal Die einen kommen mit schweren Bergschuhen, Wanderstecken und Rucksack, die anderen nur mit leichten Turnschuhen und in dünner Jacke und manche gar in kurzen Hosen. Über 100 Pilger haben sich an der Fatima-Kapelle in der Schwende im Kleinwalsertal versammelt, um gemeinsam die 23 Kilometer des historischen Walser Kirchweges nacn Fischen zu laufen.
Heute haben fast alle ein Auto und schaffen es trotzdem kaum, in die Kirche zu gehen", sagt der Walser Bürgermeister Andi Haid. Mit seinem Fischinger Amtskollegen Edgar Rölz freut er sich über das große Interesse an der Neuauflage des Walser Kirchwegs anlässlich des Fischinger Ortsjubiläums. "Ich finde die Idee, den alten Kirchweg gemeinsam zu laufen, ganz toll", meint Stefan Vogler, der zwei seiner Söhne und einen Urlaubsgast mitgebracht hat. Toni Müller staunt darüber, welch weite Wege die Menschen damals auf sich genommen haben, um ihren Glauben zu pflegen.
Marsch durch die "Ewigkeit" Interessante Namen haben die Stationen, die die Pilger hinter sich lassen: Straußbergweg, Fuchsloch, Schmalzloch und die geheimnisvolle Ewigkeit. Die steile Engstelle am Hörnlebach sei für manchen damals schicksalsträchtig gewesen, erzählt Wanderführer Hans-Peter Schmid. Eberhard Bellaire mit dem knorrigen Pilgerstab nickt eifrig, als er den Namen des anstrengenden, steilen Wegstücks erfährt "Ewigkeit? So ist's mir auch vorgekommen". Auch Lukas Beer ist froh, die Ewigkeit hinter sich gelassen zu haben, den er hat sich mit den beiden Töchtern im Kinderwagen auf den Weg gemacht. Während die kleine Katharina, wie in der Sänfte von zwei Kavalieren getragen, den Anstieg sanft schlummernd verpasst, äugt die größere Schwester stirnrunzelnd aus dem geländegängigen Buggy hervor. Schon Minuten später hopst das Mädchen wieder fröhlich umher, denn an der Hinterenge wartet eine Überraschung. Peter und Sandra Müller vom Skiclub Fischen haben mit Georg Larsch und Peter Vogt vom Festausschuss eine Jausenstation aufgebaut. Hier gibt es Kuchen, Getränke und für die Erwachsenen einen Schnaps. Eine Stärkung können die Wanderer auch gut brauchen, denn bis zur Kirche in Fischen müssen sie noch eine halbe Ewigkeit marschieren.

Quelle: Allgäuer Anzeigeblatt